Die Oma von Madis erzählt, wie man in ihrer Jugend das Johannisfest feierte.

Am Vorabend des Johannistages heizte man die Sauna und fertigte Büschel aus Birkenzweigen. Mit den Birkenbüscheln schlägt man sich in der Sauna, das wirkt wie eine gute Massage. Auf dem Land macht man das heute immer noch.

Man bereitete die Feuerstelle in der Nähe der Dorfschaukel vor, man brachte Birkenzweige ins Haus und schmückte damit auch den Platz um die Feuerstelle. Dem Johannisfeuer wurde magische Kraft zugesprochen. Die jungen Leute sprangen über das Feuer, man tanzte und spielte verschiedene Kraft- und Geschicklichkeitsspiele: Sackhüpfen, Tauziehen, Haschen usw. 

Die Mädchen, die heiraten wollten, wanden sich einen Kranz aus neun verschiedenen Blumen. Um Mitternacht gingen sie zu einer Wegkreuzung und setzten sich den Kranz auf. Danach durften sie mit niemandem sprechen. Zu Hause angekommen, legten sie den Kranz unter ihr Kissen. Dann war es sicher, dass ihnen ihr zukünftiger Mann im Traum erscheinen wird.

Man suchte nach Farnblüten und sammelte Glühwürmchen. Die Glühwürmchen wurden auch „Farnblüte“ genannt.

 

WORTSCHATZ

Birkenbüschel, das; -  – saunaviht

Birkenzweig, der; -e  –  kaseoks

Dorfschaukel, die; -n  –  külakiik

Kraft- und Geschicklichkeitsspiele, die (Pl.)  –  jõu- ja osavusmängud

Sackhüpfen, das;  –  kotisjooks

Tauziehen, das;  –  köievedu

Haschen, das;  –  tagaajamine

Kranz, der; “-e  –  pärg

Blume, die; -n  –  lill

Wegkreuzung, die; -n  –  risttee

Kissen, das; -  –  padi

Glühwürmchen, das; -  –  jaaniuss

Farn, der; -e  –  sõnajalg

Farnblüte, die; -n  –  sõnajalaõis